Chewing Gum Days

Die Tage ziehen sich ‚mal wieder wie Kaugummi und ich habe wieder das Gefühl, dass selbst die einfachsten Unternehmungen in einem Akt der totalen Verausgabung enden. Ob nun meine endlose Wohnungssuche oder auch meine Albumaufnahmen, mit denen ich schon seit März beschäftigt bin. Was mich am meisten an der Suche nach einer passenden Wohnung stört, ist das sich Andienen bei den Hausverwaltungen und das absurde Hoffen für eine überteuerte Miete in eine durchschnittliche Wohnung zu kommen. Mit anderen Worten die Abhängigkeit von den Vermietern, vor denen man sich vorher die volle finanzielle Blöße gegeben hat. Denn mittlerweile wird nicht nur ein Einkommensnachweis, sei es in Form eines Arbeitsvertrages oder einer Steuererklärung, verlangt, sondern auch noch die Kontoauszüge der letzten drei Monate. Ich weiß, dass in Deutschland das Mietrecht nicht gerade auf Seiten der Vermieter liegt und diese sich eben auch absichern müssen, bevor sie sich einen potentiellen Mietnomaden in ihre Häuser holen. Dennoch nervt mich diese Art der Bevormundung und damit oft einhergehende Arroganz der Hausverwaltungen.

Pläne habe ich noch viele. Nur wird mir immer mehr bewusst, dass die Umsetzung immer länger dauert, als ich anfangs denke. So möchte ich auf jeden Fall auch ein Video zu einem meiner Songs drehen. Ein Unterfangen, von dem ich mir wünsche, dass es sich nicht wieder ewig hinziehen wird. Dabei halte ich mich schon für geduldig und ausdauernd, ansonsten hätte ich wohl nicht die zehn Jahre Vorproduktion zu meiner Platte durchgestanden. Aber vielleicht bin ich doch noch zu faul. Zur Zeit bereite ich mich gerade auf den Aufnahmetest für den Deutsch-als-Fremdsprache Kurs vor, an dem ich im Januar teilnehmen will und verbringe deshalb jetzt fast jeden Tag in der Volkswagenbibliothek. Nach fast zwei Stunden Lernen bekomme ich jedesmal die Krise und mir wird klar, warum ich nie über Jahre studiert habe. Wenn ich nicht gleich einen direkten Nutzen für den Lehrstoff sehe, fehlt mir einfach jede Begeisterung und Ausdauer.

Die Siebenschläfervorhersage in diesem Jahr hat wohl nicht ganz hingehauen. Ich habe meine Regenjacke noch nie so zu schätzen gewusst wie in diesem Sommer. Aber wenigstens passt der Monsunregen ganz gut zu meiner derzeitigen seelischen Verfassung. Da ich weiterhin meine Illusionen in Bezug auf meine Wünsche aufgebe und immer noch nach einem Platz in dieser Welt suche, erscheint mein Alltag gerade recht trist und abwechslungslos. Ich bin noch immer gefangen in meiner Blase aus zu viel Freiheit und komme mir manchmal vor wie ein ausgebrannter Rockstar, der sich mit seinen Millionen langweilt. Wenn jeden Tag die Sonne schiene, würde ich vermutlich wahnsinnig werden in meiner zugestellten, mir immer noch fremden Wohnung, mit all meinen Plänen im Kopf, die sich nur langsam umsetzen lassen.